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Teilzeitrechner

Weniger arbeiten, aber wie viel weniger Geld? Rechnen Sie es genau aus.

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Von Vollzeit in Teilzeit: Was kostet die Freizeit?

Mehr Zeit für die Kinder, Pflege von Angehörigen oder einfach der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance – die Gründe für Teilzeit sind vielfältig. Rund 30 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Doch der Wechsel wirft eine zentrale Frage auf: Kann ich mir das leisten?

Unser Teilzeitrechner schlägt die Brücke zwischen Zeitgewinn und Einkommensverlust. Er berechnet auf den Cent genau, wie sich Ihr Bruttogehalt verhält, wenn Sie die Stunden reduzieren.

1. Die Mathematik der Teilzeit

Viele Arbeitnehmer fürchten, dass Teilzeit schlecht bezahlt ist. Das stimmt so nicht. Der Stundenlohn bleibt gleich (sofern Sie nicht gleichzeitig eine schlechtere Position annehmen). Es gilt der Grundsatz: Gleiches Geld für gleiche Leistung pro Stunde.

Formel: (Neues Gehalt) = (Altes Gehalt ÷ Alte Stunden) × Neue Stunden

Beispiel: Wer bei 40 Stunden 4.000 Euro verdient, erhält bei 20 Stunden exakt die Hälfte, also 2.000 Euro. Bei einer Reduzierung auf 30 Stunden sind es 3.000 Euro (75%).

Der Netto-Vorteil:
Hier wird es spannend. Da unser Steuersystem progressiv ist (wer mehr verdient, zahlt prozentual mehr Steuern), schlägt der Verlust "netto" oft weniger stark durch als "brutto". Wenn Sie Ihr Brutto um 50% reduzieren, haben Sie Netto oft noch 60% oder mehr des alten Gehalts raus. Das macht Teilzeit finanziell attraktiver, als es auf den ersten Blick scheint.

2. Ihr Recht auf Teilzeit (§ 8 TzBfG)

In Deutschland müssen Sie nicht um Teilzeit betteln. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) gibt Ihnen einen Rechtsanspruch darauf, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Das Arbeitsverhältnis besteht länger als 6 Monate.
  • Der Betrieb hat mehr als 15 Mitarbeiter.
  • Es stehen keine "dringenden betrieblichen Gründe" entgegen (z.B. Organisation oder Sicherheit).

Sie müssen den Wunsch 3 Monate im Voraus schriftlich anmelden. Der Arbeitgeber muss zustimmen, wenn er keine wirklich guten Gründe dagegen hat.

3. Die "Brückenteilzeit": Rückkehr garantiert

Die große Angst vieler Arbeitnehmer war bisher die "Teilzeitfalle": Einmal reduziert, kam man nie wieder auf die Vollzeitstelle zurück, weil der Chef den Weg versperrte. Seit 2019 gibt es die Brückenteilzeit (§ 9a TzBfG).

Damit können Sie Ihre Arbeitszeit für einen befristeten Zeitraum (1 bis 5 Jahre) verringern und haben danach, wie bei einem Gummiband, das automatische Recht, wieder auf Ihre alte Stundenzahl zurückzukehren. Das ist ideal für Phasen der Kindererziehung oder des Hausbaus.

Voraussetzung: Betrieb min. 45 Mitarbeiter.

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4. Die Schattenseiten: Rente und Karriere

Geld ist nicht alles. Eine Reduzierung der Arbeitszeit hat langfristige Folgen, die Sie im Blick behalten müssen:

Rentenansprüche sinken

Weniger Brutto bedeutet weniger Punkte auf dem Rentenkonto. Wer jahrelang Teilzeit arbeitet, riskiert Altersarmut. Sie sollten die gewonnene "Netto-Differenz" (die Steuerersparnis) idealerweise in eine private Altersvorsorge stecken.

Karriereknick

Leider gilt in vielen deutschen Führungsetagen immer noch das "Anwesenheits-Dogma". Wer um 14 Uhr geht, um die Kinder abzuholen, wird bei Beförderungen oft übersehen, auch wenn die Leistung top ist. Klären Sie Erwartungshaltungen mit Ihrem Chef.

5. Teilzeit in der Elternzeit

Der Königsweg für junge Eltern: "Elternteilzeit". Während der Elternzeit (bis zum 3. Geburtstag des Kindes) genießen Sie besonderen Kündigungsschutz und dürfen bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. Das Elterngeld Plus unterstützt dieses Modell zusätzlich finanziell.

6. FAQ: Häufige Fragen

Kann der Chef meinen Teilzeitantrag ablehnen?

Nur aus "betrieblichen Gründen". Wenn z.B. eine Maschine zwingend durchgehend bedient werden muss und keine Ersatzkraft zu finden ist. "Das passt uns gerade nicht" ist kein Grund. Lehnt der Chef ab, können Sie vors Arbeitsgericht ziehen.

Habe ich Anspruch auf bestimmte Tage (z.B. Freitags frei)?

Sie können die "Verteilung der Arbeitszeit" wünschen. Der Chef muss dem zustimmen, wenn betrieblich nichts dagegenspricht. Viele Chefs sind froh, wenn die Arbeit erledigt wird, die genaue Verteilung ist Verhandlungssache.

7. Fazit

Teilzeit ist ein mächtiges Instrument zur Lebensgestaltung. Unser Teilzeitrechner zeigt Ihnen in Sekunden, was der Spaß kostet. Oft ist der Preis für mehr Freiheit geringer als gedacht. Rechnen Sie es durch!

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